Karl und René Wyler Trainer des Jahres Simon Ehammer Leichtathlet des Jahres

ATV

Grosse Ehre für den Turnverein Teufen und die Sportlerschule Appenzellerland. Simon Ehammer ist zum Leichtathleten des Jahres gewählt worden und seine beide hauptverantwortlichen Trainer, die Gebrüder Karl und René Wyler sind von einem der grössten Schweizer Sportverbände, von Swiss Athletics, zu den Trainern des Jahres gekürt worden.

Die Wahl vom Zehnkämpfer Simon Ehammer ist eine logische Folge seiner phantastischen Leistungssteigerung hin zur Weltspitze bei den Aktiven. Rang 2 in der Weltjahresbestenliste überragte die vielen guten Schweizer Leichtathletikresultate. Internationale grosse Beachtung fand die Tatsache, dass Ehammer bereits mit 20 Jahren zur Weltspitze aufgeschlossen hat, denn normalerweise erreichen Zehnkämpfer erst nach dem 25. Altersjahr ihre Höchstleistungen. Ausrufezeichen setzte der Steiner auch in den Einzeldisziplinen, dabei überragten die zwei 8m Sprünge, mit denen er auch im Weitsprung zur erweiterten internationalen Spitze zählt.

«Erschlagen» über die vielen Gratulation
Karl Wyler überrollten plötzlich viele Gratulation und es dauerte bis er begriff, welche Ehre im zuteil wurde. Es erfüllt ihn jetzt mit Freude diese Wertschätzung für seine 40-jährige Trainertätigkeit zu erhalten. Sein Bruder René dachte gar nicht an diese Ehrung, sondern fieberte viel mehr für seinen Schützling Ehammer mit und war natürlich überrascht und zugleich erfreut über seine Ehrung.

Von Nachwuchsleitern zum Trainer von Olympiasieger
Karl und René starteten früh mit ihrer Trainertätigkeit, gleichzeitig zu ihrer erfolgreichen Zehnkämpferkarriere stiegen sie beim Teufner Nachwuchs als Leiter ein. Dies jüngste Abteilung im Verein stellt für die beiden noch heute die Grundlage und das Reservoir dar, Athleten wie Ehammer oder Mazenauer an die Spitze zu führen. Karl erinnert sich gerne an Höhepunkte seiner Erfolge als Trainer zurück. Um die Jahrtausendwende errichte er mit seinen Athleten die Teilnahme am Europacup im Mannschaftswettkampf (SVM) und er durfte Iris Niederer an die Weltmeisterschaften begleiten. Über Durststrecken redet Karl Wyler kaum, viel mehr hat ihn die Entwicklung der letzten Jahre gefreut, in denen verscheiden Athleten wieder um nationale Medaillen kämpften. Stolz ist er über den vorläufigen Höhepunkt an den diesjährigen nationalen Mehrkampfmeisterschaften, an den die Teufner mit 4 Medaillen und 2 Meistertiteln zum erfolgreichsten Verein avancierten. René Wyler lächelt mit berechtigter Freude über seine Erfolge. Als Leiter der Sportlerschule Appenzellerland reitet er auf einer Erfolgswelle, im Wochentakt darf er sich über nationale oder gar internationale Medaillen freuen. Besonders eindrücklich sind für ihn aber die Betreuung von Sandra Graf zum Olympiasieg oder wie mit seinem Grundlagentraining 5 eidgenössische Kränze Appenzeller Schwinger zierten. Aktuell freut es ihn Mirjam Mazenauer zur besten Schweizer Kugelstosserin beflügeln zu können, ja es liegen mit ihr gar internationale Ziele in Reichweite.

2 Brüder als Erfolgsmodell?
Auf Fragen nach ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit, antworten die beiden zögerlich, sich selber zu rühmen liegt ihnen wenig, viel lieber bleiben sie bescheiden und gehen mit wenig Worten auf gegenseitige Stärken ein. Ja Motivatoren seien sie beide sicherlich, ohne die wären die Leichtathletikriege aber auch die Sportlerschule nicht so erfolgreich. Sie hätten einen respektvollen Umgang miteinander und eine gute Diskussionsbasis, zur erfolgreichen Zusammenarbeit gehöre aber auch eine klare Aufgabenteilung. Nach 35-jähriger Zusammenarbeit erleichtere ein «blindes Verständnis» auf der Basis ähnlicher Philosophien die Zusammenarbeit. Karl hätte ein akribisches Auge, mit dem er Abläufe optimieren könne. René sei der exakte Planer, sei es beim Erstellen von Trainingsplänen oder im Krafttraining, wissenschaftliche Erkenntnisse würde analysiert und umgesetzt. Es gäbe aber auch ausführliche Diskussionen über «Neues». Als Beispiel erwähnt René den Wechsel der Kugelstosstechnik hin zum Drehstoss den René bei Ehammer vorantrieb, Karl war eher skeptisch, denn es könnten andere Disziplinen darunter leiden, nach 2 Monaten zogen sie Bilanz und Ehammer wuchtet die Kugel nun wieder mit der traditionellen Wechselschritttechnik. Ja, auch nach 35 Jahren auf dem Sportplatz, die beiden finden sich immer mit dem Ziel Erfolg zu haben.

Diese gegenseitigen Ergänzungen spiegeln sich auch in der Zusammenarbeit Sportlerschule und TV Teufen, die aktuellen Erfolge sind nur möglich durch optimale Arbeit an beiden Orten. Die Sportlerschule legt die Basis, im Verein wird dies im Training und an Wettkämpfen erfolgreich umgesetzt. Das ganze akribische Grundlagentraining setzt einen starken Verein voraus, damit Spitzenleistungen möglich sind. Karl Wyler ist stolz auf die soziale Komponente im Verein. In seiner ganzen Trainertätigkeit legte er grossen Wert auf Teamwettkämpfe, bei denen die Spitzenathleten gemeinsam mit weniger ambitionierten Athleten um Medaillen kämpfen. Ihm liegt viele daran bei Wettkämpfen mit grossen Teams dabei zu sein. «Für einen erfolgreichen Verein braucht es alle» meint er, und weiss wovon er spricht, denn grossartige Einzelerfolge gründeten in Teufen immer in erfolgreichen Vereinswettkämpfen.

Wenn die beiden über «ihre» Leichtathletik berichten, wird klar, die Erfolgsgeschichte der Wylers geht weiter. «Auch nach einem anstrengenden Tag, sei es eine schöne Erfüllung nochmals zu sehen, wie bis zu 30 Athleten mit zufriedenen Gesichtern seine Trainings verliessen», meint er bescheiden und wenn es daraus Medaillen zu feiern gebe, sei dies ein schöner Lohn. Er verschweigt dabei, dass ja bald olympische Athletenbetreuung in seinem nächstjährigen Terminkalender stehen könnte. René bleibt für die Zukunft analytisch, es wäre toll ein System zu erfinden, das Erfolge garantiere, schmunzelt er. Ja, mehr solche Ehammers an die Spitze zu führen wäre toll. Eines wird aus diesem Gespräch klar, die Erfolgsgeschichte in Teufen geht weiter………

Bericht: Hans Koller

Karl Wyler mit genauem Auge

René Wyler

Karl Wyler motivierende Gespräche

Karl Wyler im Trainingslager in St. Moritz