Erster Wettkampf nach langer Pause: 350 turnen im Herisauer Sportzentrum an den Geräten

Geräteturnen

An der Appenzeller Frühlingsmeisterschaft im Geräteturnen messen sich 350 Turnende. Für viele war es die erste Standortbestimmung nach eineinhalb Jahren ohne Wettkämpfe. Auch ohne Unterstützung von Zuschauern wurden gute Leistungen gezeigt.

Die Frühlingsmeisterschaft des Appenzellischen Turnverbandes ATV im Geräteturnen stand unter speziellen Vorzeichen: keine Zuschauer, Maskenpflicht, kaum Stimmung, und dazu war es für viele Geräteturnerinnen und Geräteturner der erste Wettkampf nach fast eineinhalb Jahren.

Für die Turnenden im K1 und K2 war es ein erster Formtest, für die anderen Teilnehmer kam der Wettkampf einer Standortbestimmung gleich. Rangverlesen gab es keine, da nach jedem Wettkampf die einzelnen Abteilungen das Sportzentrum verlassen mussten. Die Teilnehmenden stammten nicht nur aus den neun appenzellischen Geräteriegen; fünf Gastriegen waren angereist. Die Altersbegrenzung auf 20 Jahre wirkte sich auch auf die Beteiligung aus: K7 zwei Turnerinnen, K6 der Turner zwei Turner und K7 keine. Organisiert wurde der Wettkampf von der Geräteriege des TV Herisau unter der Leitung von Rahel Federer.

Freude und Begeisterung am Turnen
Der Wettkampf setzte sich zusammen aus Reck, Boden, Schaukelring und Sprung sowie Barren bei den Turnern. Besonders die Turnerinnen in den Kategorien K1 (98 Turnerinnen) und K2 (71) mit ihren Maskottchen versuchten ihre Nervosität zu unterdrücken, liessen sich von den Betreuerinnen korrigieren, loben und trösten ‒ und von den Wertungsrichtern benoten. Auch die 58 Teilnehmerinnen im K3 turnten in erster Linie aus Freude und Begeisterung. Appenzell-Gais und Rehetobel sowie STV Herisau und TV Herisau führten die Dominanz auf Verbandsgebiet fort; erstmals vertreten ist Bühler zusammen mit Stein. Auch Teilnehmer anderer Appenzeller Riegen sowie Gastriegen zeigten starke Leistungen und turnten mit viel Elan und Einsatz um gute Noten.

Da mit Spass, dort mit Ehrgeiz
Ab dem K4 zeigten die Teilnehmerinnen mehrheitlich grossen Einsatz an den Geräten und am Boden. Dabei wurde die ganze Palette des Geräteturnens gezeigt; ob Spagat, Rolle, Handstand oder tänzerisches Können am Boden, Salto und Sprungrolle beim Sprung, Felge und Unterschwung am Reck, schwungvolles Turnen an den Schaukelringen oder Hand- und Schulterstand am Barren, überall wurde höchste Konzentration, korrekte Haltung und saubere Ausführung verlangt, um an der Spitze mitzuhalten.

Rehetobel dominierte
Im K1 feierte Rehetobel einen dreifachen Erfolg durch Gemma Fehr, Julia Züst und Pia Fengler. Im K2 sicherte sich Julie Kneubühl Gold vor Leona Wannemacher, beide Rehetobel, und Emilia Assalve, Appenzell-Gais. Zu einen weiteren Sieg kamen die Vorderländerinnen im K3 durch Chiara Potocnik vor Ambra Corciulo, Teufen, und Elenie Rempfler, Appenzell-Gais. Im K4 siegte Sheila Streule, Appenzell-Gais, vor Nayra Zünd, Rehetobel, und Leonie Rempfler, Appenzell-Gais. Ab dem K5 setzte Rehetobel die Erfolgsserie fort: Sieg durch Selina Schacht vor Shanna Fröhlich, Engelburg, und Enola Raciti, Rehetobel. Im K6 gewann Lea Thürlemann vor zwei Gästen aus Balterswil, und bei den K7-Turnerinnen wurde Favoritin Norina Imhoof ihrer Rolle gerecht. Sie holte Noten zwischen 9,18 und 9,55 (Reck), ging als klare Siegerin hervor und verwies Leonie Abderhalden mit fast drei Punkten Differenz auf den Ehrenplatz.

Kleines Teilnehmerfeld bei den Turnern
Obwohl nur etwas über 40 Turner antraten, kann festgestellt werden, dass Nachwuchs vorhanden ist. Das Teilnehmerfeld im K1 bis K6 setzte sich vorwiegend aus Turnern der Getu Appenzell-Gais und Rehetobel zusammen. Im K1 holte Lauri Bischof, Rehetobel, Gold vor Emanuel Eisenhut, Herisau, und Mikko Ackermann, Rehetobel. Im K2 hiess der Sieger Filip Kovacevic, Rehetobel, vor Nico Eugster, Stein-Bühler, und Robin Scherrer, Herisau. Appenzell-Gais kam im K3 mit Elia Scherrer vor Ralph Lehmann und Tristan D’Agati zu einem Erfolg. Im K4 gab es für Appenzell-Gais mit Nicolas Büchel und Laurin Fritsche einen Doppelsieg, vor Levin Wenk, Schönengrund-Wald. Im K5 gewann Gian Breitenmoser die Goldmedaille und verwies die Gäste auf die Ehrenplätze. Im K6 vergab der klar in Führung liegende Maurice Rüthemann, Rehetobel, mit einem Patzer am Barren den Sieg an den Gast Andrin Büsch, Engelburg.

Bericht und Foto: Werner Grüninger

RANGLISTE 

Spannung bis in die Zehenspitzen

Ein Turner zeigt sein Können am Barren