Ein spezielles Jahr voller Highlights

ATV

32. Delegiertenversammlung des Appenzellischen Turnverbandes in Gonten – fünf neue Ehrenmitglieder ernannt

Ganz im Zeichen der Olympischen Spiele in „Gokio“ mit dem feierlichen Einmarsch der Nationen und der Entfachung des Olympischen Feuers durch den Fakelträger Bruno Koster erfolgte am Samstagnachmittag der Auftakt zur 32. Delegiertenversammlung des Appenzellischen Turnverbandes in der japanisch geschmückten Mehrzweckgebäude von Gonten.

Präsident Christian Giger, Gais, leitete nach der Covid-19 Pandemie durch seine erste Delegiertenversammlung des Appenzellischen Turnverbandes. Er konnte über 250 Delegierte, davon 136 Stimmberechtigte von 58 Vereinen sowie zahlreiche Ehrenmitglieder und Gäste aus Politik und Sport; darunter Landammann Bruno Inauen, Appenzell, Regierungsrat Alfred Stricker, Stein und Kantonsratspräsidentin Claudia Frischknecht, Herisau und Roland Schenk vom STV begrüssen, die auf humorvolle Art die Grüsse der beiden Regierungen überbrachten und zu den würdevollen Leistungen im Appenzellischen Turnverband gratulierten und für die Zukunft weiterhin der Turnerfamilie viel Erfolg wünschten. Ehrend und musikalisch umrahmt gedachten die Delegierten den verstorbenen Ehrenmitgliedern Ruedi Huber, Speicher, Franz Fässler, Appenzell, Willy Bänziger, Herisau und Ruedi Styger, Stein.

Ein spezielles Jahr voller Highlights
Zu Beginn der Delegiertenversammlung wies Präsident Christian Giger mit einigen Gedanken über Erlebnisse und Begegnungen unter „Ein spezielles Jahr voller Highlights“ hin, die in die Geschichte des ATV eingehen. Er glaubt mit gutem Gewissen, was möglich war, hat stattgefunden. Dank vielen engagierten Turnerinnen und Turner durfte Giger viele Highlights erleben, sei es im Geräteturnen, im Bereich der Leichtathletik und an der Leichtathletik-Mehrkampf-Meisterschaft. Das Kantonalturnfest, das für Junge stattfand, war das einzige Turnfest im 2021 das in der Schweiz stattfand. Für Giger war das Turnfest aus zwei Gründen ein Highlight. Erstens, weil dieses mit viel Engagement vom OK, trotz Absage, Verschiebung und Reduktion der Teilnehmerzahlen mit dem Willen durchgeführt werden konnte und zweitens weil es keine Zuschauer und Ehrengäste gab und er Gelegenheit fand mit Richter viele Gedanken auszutauschen und wertvolle Blicke in ihre Wichtigkeit werfen konnte. Klar war es auch im Bereich Ausbildung nicht zu schlafen und es wurde probiert mit verschiedenen Möglichkeiten wie online, physisch in kleinen und grossen Gruppen an vielen Ausbildungsmöglichkeiten und Kurse auszubilden, wie es nur möglich war, denn nur ausgebildete Leiter, Richter und Funktionäre sind ein gutes Fundament für nachhaltigen, langfristigen und gesunden Turnsport im Appenzellerland. Das letzte Jahr brachte neben vielen Highlights auch einige Herausforderungen, so ist der Turnsport ausgelöst durch das Magglinger Protokoll auf einmal durch unrühmliche Art im Rampenlicht gestanden und wurde an der ersten Verbandsleitersitzung mit klaren Worten von der Bundesrätin Amherd konfrontiert. Die Botschaft, war klar: So nicht!. Durch die Botschaft, die von allen Seiten kam, blieb in Aarau beim STV kein Stein auf dem anderen. Aber der Prozess ist aktuell noch voll im Gang. Langsam aber sicher nimmt die „Swiss Sport Inegrety“, neu die Organisation, wo Antidoping-Schweiz und die verschiedenen Meldestellen für Ethikvorstösse sich zusammen schliesst, Gestalt an und sollte ab nächstem Jahr den Betrieb aufnehmen. Es wurde hitzig diskutiert, so dass es im Dezember nochmals eine ausserordentliche Abgeordnetenversammlung beim STV gibt

Die statutarischen Traktanden
Die Ressortberichte wurden allesamt diskussionslos genehmigt. Dem Jahresbericht des Präsidenten Christian Giger und deren Ressortbericht kann entnommen werden, dass das Vereinsjahr 2020/21 die Covid19-Pandemie und die dazugehörige bundesrätliche Verordnung stark auf die Anlässe und Kurse auswirkten. Dabei erwähnte er, dass die Wettkämpfe ganz oder ohne Emotionen der Zuschauer, quasi beinahe umgeben von Stille stattgefunden haben. Besonders freute es ihn, dass das Turnfest in Teufen stattfinden konnte. Es war nicht nur für die Jugend, sondern viel mehr auch für junge Sportbegeisterte und die sportliche Landschaft im Appenzellerland - ja für die ganze Schweiz. Im Geräteturnen konnten die Frühlings- und Kantonalmeisterschaft durchgeführt werden, wenn auch ohne Zuschauer. In der Sparte Leichtathletik fanden dieses Jahr erfreulicherweise viele Wettkämpfe statt. Im Jugendbereich musste das Unihockeyturnier und die Jugend-Challenge bereits zum zweiten Mal abgesagt werden, während die Jugend-Stafettenmeisterschaft durchgeführt werden konnte. Für das erste Appenzeller Jugendturnfest vom September 2022 in Waldstatt hat das OK die Arbeit bereits aufgenommen. Dabei sollen alle Nachwuchsathleten das Wettkampfformat eines Turnfestes kennen lernen. Im Ressort Ausbildung fanden die Kurse vorwiegend online statt. Bereits zum zweiten Mal konnten die Volleyball- und Unihockeymeisterschaft nicht durchgeführt werden. Das Verbandsjahr 2021 stand nach über 30 Jahren ganz im Zeichen der Überarbeitung der „Appenzeller Turnchoscht“. Attraktives Bildmaterial, spannende Interviews und umfangreiche Berichte sorgen für ein leserfreundliches Verbandsorgan mit zweimaliger Ausgabe. Intensive Arbeit leistete Jeannette Schläpfer auf der Geschäftestelle und entlastete die Arbeit des Vorstandes. Der Verband zählt über 6 800 Mitglieder aus 58 Vereinen, minus 70 Mitglieder gegenüber dem Vorjahr.

Gesunde Finanzlage
Wie schon der Abschluss 2019/20 steht auch die Rechnung 2020/2021 unter starkem Einfluss der Covid-19 Massnahmen und Situationen. Immer noch konnten viele geplante Anlässe, Wettkämpfe und Kurse nicht oder nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Dadurch wurden nochmals budgetierte Ausgaben nicht getätigt oder sind tiefer ausgefallen. Der Gesamtaufwand von Fr. 115 970.- ist um Fr. 47 600.- tiefer als budgetiert. Bei gegenüber dem Budget etwas höheren Einnahmen von 144 736.- resultierte ein Besserabschluss von fast Fr. 60 000.-. Der Jahresgewinn im Verbandsjahr 2020/21 beträgt Fr. 28 766.-. Beim Budget für das Jahr 2021/22 muss mit wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Abschluss 2020/21 gerechnet werden. Das Budget 2021/22 rechnet mit einem Verlust von fast Fr. 39 000.-. Zu den grösseren Ausgaben gehören die ATV-Nacht 2022, Anschaffung eines Getu-Dress, der ordentliche Wettkampfbetrieb, das Juko-Lager und die Verbands-Leiterkurse. Dazu werden die ATV-Mitgliederbeiträge nicht mehr halbiert, wie das im Verbandsjahr 2020/21 der Fall war. Das Vermögen des ATV ist nach wie vor auf einem sehr guten Niveau.

Wahlen und Statutenrevision
An der diesjährigen Delegiertenversammlung standen im Vorstand keine Wahlen an, da die Vorstandsmitglieder für eine dreijährige Amtsdauer gewählt sind. Aus der GPK trat Christine Steiner zurück und wurde durch Stefanie Fuster, Teufen ersetzt. Die Statuten wurden angepasst und genehmigt: Der Sitz des ATV ist die Geschäftsstelle; durch den Austritt bei Swiss Athletics wird durch die Mitgliedschaft bei Ostschweiz Athletics abgedeckt und die Bezeichnung Verbandszeitschrift wird durch Vereinsinformationen ersetzt.

Ehre wem Ehre gebührt
Der Vorstand konnte auch in diesem Jahr eine grosse Anzahl von Verbands- und Vereinsfunktionären, erfolgreiche Turnerinnen und Turner sowie Helfer und Betreuer im Hintergrund ehren, die während 10 und mehreren Jahren in den Vereinen tätig waren Dazu kamen noch Medaillengewinner an nationalen Veranstaltungen im Einzel- und Mannschaftswettkampf, wobei vier Mannschaften als Sieger beim Leichtathletik-Mannschafts-Wettkampf (LMM) hervorgingen: TV Herisau, jünger als 16 Jahre männlich, TV Teufen, jünger als 18 Jahre männlich, jünger 18 Jahre weiblich und Mixed Männer/Frauen. Ebenso konnten 15 Einzelathletinnen und -Athleten geehrt werden, wobei Simon Ehammer, Teufen, mit dem EM-Titel im Weitsprung an der U23 EM und dem Schweizer Rekord im Siebenkampf sowie Andrin Huber, Teufen im Zehnkampf Bestmarken erreichten. Rollstuhlfahrerin Sandra Graf, Teufen, startete in ihrem, letzten Karrierejahr nochmals richtig durch. Ein besonderer Dank gebührt dem OK des Kantonalen Turnfestes in Teufen für die aufopfernde Arbeit während zweier Jahre. Den ATV-Jugendcup (drei Wettkämpfe) sicherte sich Bühler vor Hundwil und Schwellbrunn.

Fünf neue Ehrenmitglieder
Als Dank zum Wohle des Appenzellischen Turnverbandes wurden Bruno Eisenhut, Herisau, Peter Schläpfer, Speicher, Christine Steiner, Teufen, Werner Göldi, Waldstatt und Sonja Spirig, Oberegg, die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Gemütlicher Ausklang
Zum Abschluss der speditiv verlaufenen Delegiertenversammlung überbracht Roland Schenk die besten Grüsse des STV, gratulierte zum Turnfest und orientierte kurz über die Geschäfte im STV. Mit einem echten japanischen Nachtessen und einem kurzen Turnprogramm des TV Gonten, schloss der Präsident die speditiv verlaufene Delegiertenversammlung.

Foto und Bericht: Werner Grüninger

 

 

 

 

 

Zu Ehrenmitglieder des ATV wurden ernannt (von links): Bruno Eisenhut, Peter Schläpfer, Christine Steiner und Werner Gölid (auf dem Bild fehlt Sonja Spirig)

Ehrung der erfolgreichen Einzelwettkämpfer