Simon Ehammer, ein König der Leichtathletik

Leichtathletik

Nach einer erfolgreichen und geduldigen Aufbauarbeit im TV Herisau hat Simon Ehammer auf die neue Saison hin zum TV Teufen gewechselt. Mit der Qualifikation für die Weltmeisterschaften U20 in Finnland erreicht der Steiner einen neuen Höhepunkt in seiner noch jungen Karriere.

Wenn Simon Ehammer vom TV Herisau spricht schwingt Wehmut mit. Der technische Leiter Beat Schluep konnte ihn für die Leichtathletik begeistern. In Herisau durchlief der Steiner unter Schluep die gesamte Grundlagenarbeit so erfolgreich, dass er bereits im letzten Jahr international starten durfte. Der ehemalige Zehnkämpfer Schluep konnte Ehammer für die vielseitigste aber auch anspruchsvollste Sparte, der „Königsdisziplin“ den Zehnkampf überzeugen. Mit dem Alterskategorienwechsel will Ehammer aber sein Trainingsumfeld optimieren und erhofft mit dem versierten Mehrkampftrainer Karl Wyler in Teufen neue Impulse zu erhalten und sich auch technisch weiter entwickeln zu können. Der erste Zehnkampf in Landquart lässt sowohl Trainer als auch Athlet zuversichtlich stimmen.

WM-Limite in Landquart

Mit dem Umfeld in Teufen war Ehammer schon vertraut, war er doch schon mehrmals im Trainingslager in St. Moritz dabei und er kennt die Qualitäten von Wyler. Mit viel Selbstvertrauen stieg er in Landquart in den ersten Zehnkampf im Teufner-Dress. Nach Bestleistungen im Sprint, Weitsprung und Kugelstossen am ersten Wettkampftag wusste er, sein Ziel würde wohl schon bei seinem ersten Wettkampf in Erfüllung gehen. Mit seiner gewohnten Lockerheit kam er aber am 2. Tag nicht mehr ganz an seine Trainingswerte heran. Die notwendigen 7'200 Punkte um im Sommer nach Finnland an die Weltmeisterschaften U20 gehen zu dürfen, erreicht er dennoch problemlos. In Tampere will der ehrgeizige Zehnkämpfer als jüngerer Jahrgang aber nicht nur internationale Wettkampferfahrungen sammeln. Eine Steigerung auf 7'400 Punkte hofft er zu erreichen und einen Platz unter den ersten 10 wären toll. Wenn man ihm zuhört, glaubt man ihm, denn er strahlt viel Zuversicht und Optimismus aus und wer seinen Trainingsfleiss kennt, weiss, er wird alles daran setzen um auch in Tampere international überzeugen zu können.

Ideales Umfeld, Voraussetzung für Spitzensport

Damit solche Leistungssteigerungen möglich sind, muss viel für ein ideales Umfeld eingesetzt werden, um 7 bis 9 Trainings wöchentlich sinnvoll ins Berufsleben einbetten zu können, denn ein Profitum ist in der Leichtathletik nicht umzusetzen. Da ist einmal die Sportlerschule Appenzellerland, mit der er seit 5 Jahren erfolgreich zusammen arbeitet. René Wyler, Leiter der Sportlerschule erstellt Trainingspläne, koordiniert mit allen Trainern und der Sportlehrer und Leichtathletikspezialist ist oft selber dabei, wenn es gilt an der Technik zu feilen oder im Kraftraum Grenzen der Belastungen zu suchen. Von der Sportlerschule steht ihm auch Yves Zellweger, als ehemaliger Spitzensportler zur Seite und ihm TV Teufen hat er mit Karl Wyler einen Trainer gefunden, der schon früher Athleten erfolgreich an internationale Wettkämpfe geführt hatte.

Glücksfall, sein berufliche Umfeld

In der Schulzeit ermöglicht die intensive Zusammenarbeit der Sportlerschule mit ihren Partnerschulen, wie bei Ehammer die Sekundarschule Teufen, die Voraussetzungen, um Schule und Sport ineinander effizient verbinden zu können. Im Berufsleben wird es schnell schwieriger Betriebe zu finden, welche Spitzensport und Beruf verbinden können. Mit INTERSPORT Baumann, Appenzell fand er einen Lehrbetrieb, in dem er die erwünschte berufliche Ausbildung zum Detailhandelsfachmann und die sportlichen Ziele gleichzeitig angehen kann. Geschäftsführer Karin und Thomas Baumann sind selber Eltern einer Spitzensportlerlerin und haben so viel Verständnis für Sportler. Für Thomas Baumman ist aber das Verständnis der Mitarbeitenden noch viel wichtiger, denn seine Sonderstellung muss von allen mitgetragen werden, fehlt Ehammer doch oft an Samstagen, dem wichtigsten Tag im Detailhandel. Nach Landquart zeigte sich, wie stark das ganze Team hinter dem erfolgreiche Sportler steht, hatten ihm doch alle Arbeitskolleg/innen innert 2 Minuten gratuliert. So ist die Zusammenarbeit für Thomas Baumann mit Ehammer eine „win-win“ Situation. Der Zehnkämpfer geht auch im Beruf mit sportlichem Ehrgeiz und Selbstbewussten auf die Kunden ein. Gemäss Baumman gab es noch keinen Tag, an dem der Steiner nicht motiviert und voller Lebensfreude in den Betrieb kam. Typisch dazu, am letzten Mittwoch nach Trainings und Interview, packt er sein Motorrad und fahrt froh gelaunt nicht in den verdienten Feierabend, sondern geht nochmals nach Appenzell um noch allfällige Arbeiten zu erledigen.

Lockerheit, ein Geheimnis zum Erfolg

Yves Zellweger, stellvertretender Schulleiter der Sportlerschule lobt die Lockerheit, gar Verspieltheit gepaart mit Fleiss und Ehrgeiz als besondere Charaktereigenschaften von Ehammer. Vielleicht ist dies auch eine Grundlage für das grosse Belastungsvermögen seines Körpers. In all den Jahren stellte sich noch keine nennenswerte Verletzung ein und er konnte stetig sein Potential verbessern. Als Ausgleich spielt er donnerstags in der Musikgesellschaft Stein. Mit einem vergnügten Lächeln erwähnt er, dass da für einmal Sport und Leistung keinen Platz fänden und nur das Spiel und die Freude an der Muse zähle. Man darf gespannt sein, welchen Erfolge Ehammer zukünftig feiern darf, für ein ideales Umfeld hat er auf jeden Fall gesorgt. 

Text: Hans Koller, TV Teufen

Simon Ehammer, TV Teufen