Plusport-Leiterausbildung gefordert

PluSport

Bald dürfen den Sporttreibenden mit Handicap nur noch ausgebildete Leiterinnen und Leiter Lektionen erteilen. Plusport Appenzellerland mit seinen teilweise langjährigen Leitenden gerät dadurch unter Druck.

Aufgeteilt in vier Sektionen fördert und betreibt die Organisation «Plusport» im Appenzellerland den Behindertensport. Diese vier Sektionen sind Mitglieder im Appenzellischen Turnverband und bieten wöchentlich Menschen mit körperlichem oder geistigem Handicap die Möglichkeit auf unterschiedliche polysportive Trainings sowie Wassersportlektionen. Betreut werden die Behindertenportlerinnen und -sportler grösstenteils durch freiwillig engagierte Personen, welche sich aus persönlicher Motivationin in einer der vier Sektionen engagieren.

Dem sportlichen Angebot der Plusport-Sektionen stehen aber ungewisse Zeiten bevor. Wie Hannes Friedli, Präsident des Appenzellischen Plusport-Verbandes, erklärt, hat die Delegiertenversammlung des nationalen Dachverbands Plusport Schweiz beschlossen, dass die Ausbildungsanforderungen an die Leiterpersonen auf das kommende Jahr rigoroser umgesetzt werden müssen. Künftig müssen bei mindestens 80 Prozent aller Turn- oder Sportlektionen eine ausgebildete Leiterperson sowie eine ebenfalls ausgebildete Leiterassistenz anwesend sein. Schon jetzt besteht eine ähnliche Regelung, damit die Sektionen ihre Sportlektionen beim nationalen Dachverband Plusport Schweiz abrechnen können. Nichterfüllung der bestehenden Vorgabe wurde bisher aber lediglich mit einer leichten Reduktion der Kostenübernahme «bestraft».

Auch in den Sektionen von Plusport Appenzellerland wurde diese Reduktion der Kostenübernahme bislang in Kauf genommen. Wie Hannes Friedli erklärt, würden sich freiwillige Personen seit vielen Jahren als Leiterpersonen zur Verfügung stellen. «Einige verfügen teilweise aber nicht über die geforderte Leiterausbildung», erklärt der Verbandspräsident, der gleichzeitig auch Präsident der Sektion Vorderland ist. «Diese engagierten Leiterpersonen – so motiviert sie bei ihrer Tätigkeit auch sein mögen – können oder wollen die Ausbildung aus verschiedenen Gründen nicht in jedem Fall absolvieren. Manche ziehen sogar einen Rückzug in Betracht», so Friedli. Am Beispiel der Plusport-Sektion Vorderland bedeutet dies, dass ab Januar 2019 Leiterpersonen mit der zwingend geforderten Ausbildung fehlen. «Die Turnstunde der Mittwochgruppe ist damit in Gefahr. Die Sportlerinnen und Sportler, wir alle, würden dies sehr bedauern», schiebt Hannes Friedli nach.

Anforderungen werden umgesetzt

Die Delegierten des Dachverbandes Plusport Schweiz haben dem entsprechenden Antrag mehrheitlich zugestimmt um die Leiterqualität zu erhöhen. In der Folge wurden die neuen ab Januar 2019 gültigen Unterleistungsverträge mit den Sektionen ausgearbeitet. Wenn es den Sektionen gelinge, bestehende Leiterpersonen für die Ausbildung zu motivieren oder zusätzliche Personen zu rekrutieren, so brächte dies auch Abwechslung in die Turn- und Sportlektionen, hiess es an der Delegiertenversammlung.

Ausbildung: wertvoll aber kostenlos

Man versuche die fehlenden Leiterinnen oder Leiter mit der geforderten Ausbildung so bald als möglich zu rekrutieren und somit das Angebot weiterhin sicherzustellen, so Hannes Friedli. In dieser Leiterausbildung sieht der Verbandspräsident auch für die freiwilligen Personen einen grossen Nutzen. «Wenn sich jemand beruflich im Sozialbereich positionieren will, macht sich diese Ausbildung im Lebenslauf besonders gut», so Friedli. Kommt hinzu, dass diese Ausbildung für die Teilnehmerin oder den Teilnehmer kostenlos ist. «Die Kurskosten von rund 2000 Franken werden vollumfänglich durch die Sektionen übernommen», so Hannes Friedli. Informationen zur Leiterausbildung: www.appenzeller-plusport.ch oder direkt bei Hannes Friedli (078 687 75 43)

Text: Hannes Friedli