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Göteborg Sweden 1999 Fantastische Eindrücke
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1999 Presse


Die Zeitungs-Reportagen werden in Zusammenarbeit mit dem Appenzeller Medienhaus, Herisau in der Appenzeller Zeitung publiziert. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

In Zusammenarbeit mit der Appenzeller Zeitung

Ostschweizer in Hochform (Tagblatt vom 17.05.99)

Appenzeller in Göteborg gut vertreten (Tagblatt vom 06.07.99)

Vorbei die schönen Tage von Göteborg (Tagblatt vom 15.07.9)

 


Ostschweizer in Hochform

Gymnaestradapremiere im Hinblick auf Göteborg 1999 in der Zürcher Saalsporthalle stiess auf Begeisterung  Rund 2500 Zuschauer sahen am letzten Samstag in der Zürcher Saalsporthalle an der Gymnaestradapremiere einen Teil der Gruppen, die die Schweiz in Göteborg vertreten werden. Zu gefallen wussten auch die Ostschweizer Turnerinnen und Turner.

Rund 23 000 Menschen aus 30 Nationen und fünf Kontinenten werden vom 4. bis 10. Juli 1999 im schwedischen Göteborg am alle vier Jahre stattfindenden Weltturnfest, der Gymnaestrada, ein Fest der Bewegung und der Begegnung feiern. Ohne Bewertungen und Ranglisten werden sie während einer Woche gemeinsam Ideen austauschen und Bewegung und Lebensfreude erleben.

Zweistündige Show

Etwa 700 Turnerinnen und Turner zeigten am vergangenen Samstag abend in der Zürcher Saalsporthalle, was die Spitze des Breitensports in der Schweiz zu leisten vermag. In einer rund zweistündigen Show führten 16 Vereins- und Verbandsgruppen aus der ganzen Schweiz die Vielfalt des Turnens vor. Von Männerturnen, Tanz und Gymnastik über Kunstturnen und Bodenakrobatik bis zu Breakdance und Hip Hop war die ganze Breite des Bewegungsspektrums vertreten. An der Gymnaestrada haben die Lehrvorführungen der Hochschulen einen besonderen Platz. Die Studenten der Uni Basel zeigten die Geschichte des Breakdance, während die Turn- und Sportlehrer der ETH Zürich Partner- und Gruppenakrobatik in Perfektion vorführten. 

Appenzeller Step-Aerobic

Neue Trainingsformen gehen am Turnen nicht spurlos vorbei. Dies zeigte die Gymnastikgruppe des Appenzeller Turnverbandes mit Step-Aerobic. Die Gymnastikgruppe St.Gallen (Jazztanz) und der TSV Wattwil (Bodenakrobatik) bildeten mit den Appenzellern den Block Ostschweiz. Schon der Titel «Step'n'kick, dance'n'flick» sagte aus, was die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartete: ein bunt gemischtes und abwechslungsreiches Programm, bei dem sogar feurige Kometen kreuz und quer durch die Halle flogen. In der sprühenden und fröhlichen Vorführung kam sowohl die ausgezeichnete technische und administrative Leitung wie auch die aufgestellte und kameradschaftliche Stimmung sehr klar zum Ausdruck. Mehrfacher Szenenapplaus belohnte die umfangreichen und äusserst intensiven Vorbereitungsarbeiten dieser Gruppen. Der Auftritt der Ostschweizer darf mit Recht als einer der Höhepunkte dieses Abends betrachtet werden. Das Publikum sah ein abwechslungsreiches Programm auf hohem Niveau. Die Turnenden werden die noch verbleibenden sieben Wochen bis zum grossen Moment in Göteborg nutzen, um den letzten Schliff an ihren Vorführungen anzubringen. So wird eine bereits sehr gute Show zur Perfektion gesteigert und das, nota bene, ohne dass dabei die Lebensfreude vergessen würde. Auf der «Strasse der Gymnastik» zählt vor allem das Mitmachen, das Dabeisein und die Freude an der Bewegung. Die Appenzeller Gymnastikgruppe hat eine eigene Homepage: www.app-tv.ch/Gymnaestrada. Y.B./K.L.

Aus dem Tagblatt vom 17.05.1999 © St.Galler Tagblatt    

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Appenzeller in Göteborg gut vertreten

65 Turnerinnen und Turner der Kantonalen Gymnastikgruppe Appenzell (ATV) wollen an der Gymnaestrada gute Figur machen

Nach 33 schweisstreibenden Trainings, drei sehr intensiven Wochenenden und zwei erfolgreichen Auftritten in der Schweiz (Gais, Zürich) gilt es nun für die Turnerinnen und Turner aus dem Apppenzellerland in Göteborg ernst.

Kurt Löffel

Wie in der Samstagausgabe noch kurz berichtet, ist die ATV-Delegation nach Schweden zur 11. Gymnaestrada aufgebrochen und hat mittlerweile Göteborg erreicht.

Grossanlass

Die Gymnaestrada, das Weltturnfest des Internationalen Turnerbundes (ITB), ist eine der wichtigsten turnerischen Grossveranstaltungen. Sie findet alle vier Jahre im Vorjahr von Olympischen Sommerspielen statt und umfasst Vorführungen aus allen Turn-, Gymnastik- und Tanzbereichen. Ihre Wurzeln hat sie in den nationalen Turnfesten, die es seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt. In Stockholm fand 1939 erstmals ein internationales Turnfest statt. Der Niederländer J.H.F. Sommer griff nach dem 2. Weltkrieg den Gedanken für ein Weltturnfest auf.

Aufgrund seiner Anregung nahm der ITB 1950 das Weltturnfest ins offizielle Programm auf. Der Niederländer prägte auch den Begriff «Gymnaestrada», was übersetzt werden kann mit «Strasse» oder «Bühne der Gymnastik».

Darstellung im Zentrum

Es gibt keine Wettkämpfe, Titel und Medaillen zu gewinnen, sondern es geht um die Darstellung pädagogischer und methodischer Mittel, also der unterschiedlichen «Wege zum Turnen» in verschiedenen Nationen. Nicht Siegen oder Verlieren steht im Mittelpunkt, sondern einfach die Freude an der Bewegung, am Vorführen des Gelernten, am Zuschauen und nicht zuletzt an der Begegnung mit Menschen aus der ganzen Welt. In Göteborg sind bis zum 11. Juli gegen 39 000 Turnerinnen und Turner aus rund 40 Ländern und fünf Kontinenten anwesend. Gemeinsam feiern sie ein Fest der Bewegung und der Begegnung. Einmal mehr stellt die Schweiz mit über 4300 Teilnehmenden die grösste Gruppe. In Gruppenvorführungen während fünf Tagen, an zwölf Länderabenden und an drei internationalen Galas wird ein sprühendes Feuerwerk an Ideen, Formen und Farben zu sehen sein. Gemeinsam mit der Gruppe des TSV Wattwil (Bodenakrobatik) und der Kantonalen Gymnastikgruppe St.Gallen (Tanz) bilden die Appenzeller einen abwechslungsreichen 15minütigen Vorführblock mit dem Titel «Step'n'kick, dance'n'flick», Die ATV-Vorführung prägen ein energiegeladener Step-Aerobicteil, elegante Schwünge und feurige, durch die Luft fliegende Kometen. Die Gruppe wurde von einem engagierten Leiterteam unter der administrativen Leitung von Doris Weber aufs beste für Göteborg vorbereitet. Das technische Leitertrio bestehend aus Irene und Beat Schluep (Herisau) und Andrea Buschor (Lüchingen) hat die Gruppe in den letzten 18 Monaten in Hochform gebracht, so dass jetzt alle bereit sind für eine überzeugende Präsentation vor internationalem Publikum.

Aus dem Tagblatt vom 06.07.1999 © St.Galler Tagblatt    

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Vorbei die schönen Tage von Göteborg

Die kantonale Gymnastikgruppe Appenzell hat an der 11. Gymnaestrada in Schweden viel erlebt

Vom 4. bis 10. Juli hat im südschwedischen Göteborg die 11. Gymnaestrada stattgefunden. Rund 60 Turnerinnen und Turner aus dem Appenzellerland, St.Gallen und dem Thurgau nahmen als Kantonale Gymnastikgruppe Appenzell (ATV) an diesem internationalen Grossanlass teil.

Kurt Löffel

Nach rund 80 Stunden Reise mit Car (Herisau - Kiel) und Fähre (Kiel - Göteborg) erreichte die Gruppe am Sonntag, 4. Juli, Göteborg. Nach der Eröffnungsfeier am Sonntagabend hatte sie am Montagmorgen eine Hauptprobe, bei der überraschenderweise die Tribünen praktisch vollbesetzt waren, zu absolvieren. Trotz nicht ganz optimalem Ablauf wurden die Ostschweizer mit grossem Applaus bedacht.

Viel Lob geerntet

Die Zeit bis zur ersten Vorführung am Mittwoch überbrückte die ATV-Delegation in den acht Messehallen, wo über 260 Präsentationen aus 40 Ländern geboten wurden. Zwölf Länderabende gaben viel zu erzählen, vor allem der skandinavische und der Schweizerabend. Ein unglaublicher Reichtum an Ideen, Farben und Formen riss das Publikum immer wieder zu Begeisterungsstürmen mit. Für die beiden Vorführungen konnte die Gruppe langanhaltenden, tosenden Applaus und viel Lob ernten. Die spontanen Komplimente von offizieller Seite wie auch von unbekannten Zuschauern bereiteten viel Freude. Da und dort regte sich Stolz, zu dieser Gruppe zu gehören. Ein herzlicher Dank gebührt sicher dem fantastischen Leiterteam, in dem sich Fachkompetenz, Einfühlsamkeit und Humor in höchstem Masse vereinen.

Unvergesslicher Aufenthalt

Das Gymnaestrada-Komitee hatte keine Mühen für einen unvergesslichen Aufenthalt gescheut. Das begann bereits beim reichhaltigen Frühstück, setzte sich beim Mittagessen - 119 000 Mahlzeiten in sechs Tagen - fort und erschöpfte sich auch nicht im Festzentrum namens Heden. Hier konnten viele kulinarische Köstlichkeiten genossen werden, eine Grossleinwand übertrug pausenlos die turnerischen Höhepunkte des Tages, und an mindestens sechs Plätzen lud Musik zum Tanz. Nach Torschluss im Heden strömten die farbigen Scharen in die nahegelegene Avenyn, Göteborgs Prachtstrasse, wo sich Discos, Musiklokale, Kaffees und Restaurants aneinander reihen. Mit der Teilnehmerkarte konnten die öffentlichen Verkehrsmittel gratis benutzt werden.

Höhepunkte

Die Grossraumvorführungen bildeten einen weiteren Höhepunkt: auf einer Fläche von Fuss- ballfeldgrösse präsentierten sich mehrere Nationen mit sehr grossen Gruppen. Auch hier stellte die Schweiz mit 1600 Turnenden das grösste Kontingent. Die halbstündige Vorführung riss die beinahe volle Gamla Ullevi-Stadiontribüne (Fassungsvermögen 5200 Zuschauer) zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Als Belohnung für die packende Vorführung wurde die Schlusssequenz, wo die Schweiz in ihren Umrissen dargestellt wurde, für die offizielle Abschlussfeier ausgewählt. Der Galaabend des Internationalen Turnerbundes (FIG) ist für einen Gymnaestradafan ein absolutes Muss. In einer eineinhalbstündigen Show präsentierten sich die teilnehmenden Nationen von ihrer besten Seite. Die ergreifend schönen Bilder unter dem Motto «Changes» (Veränderungen/vier Jahreszeiten) berührten das Publikum. Starke Gefühle von Einheit und Harmonie waren fast greifbar zu spüren. Leuchtende Augen und entspannte Gesichter zeugten von einer tiefen Zufriedenheit und einem unvergesslichen Erlebnis.

Tscheinsch?

Im Verlaufe der Woche wurde eine typische Eigenheit jeder Gymnaestrada immer wichtiger: das «Tscheinschen», das Austauschen von Trainern, T-Shirts, Mützen, Pins und vielerlei Accessoires. Japaner und Skandinavierinnen, Afrikanerinnen und Schweizer, Brasilianer und Europäerinnen -überall fanden sich farbige Grüppchen im wahrsten Wortsinn zusammen und handelten, was das Zeug hielt. Unzählige schöne Begegnungen fanden so statt. Das ist wahre Völkerverständigung über alle Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Und alles, was es dazu braucht, ist an der Gymnaestrada ein einziges Wort: «Tscheinsch?» Nach so vielen schönen Momenten nahm sich die Gruppe am Samstag morgen Zeit, sich daran zu erinnern, wer all das überhaupt ermöglicht hatte. In einer kleinen Feier bedankte sie sich beim initiativen Leiterteam Doris Weber (Speicher, Gesamtleitung/Administration), Elsbeth Zigerlig (Herisau; sämtliche Bekleidungen), Urs Steiner (Waldstatt; Finanzen/Reise) und last but not least Irene und Beat Schluep (Herisau) und Andrea Buschor (Lüchingen), die das fantastische Programm erarbeitet hatten. Für die Einrichtung der Internet-Homepage ging ein Dank an Daniel Meuli (Herisau). Stefan Weber (Speicher) und Kurt Löffel (Herisau) waren für die Internet-Berichterstattung besorgt. Ein spezieller Dank gebührt dem Appenzeller Medienhaus für die Unterstützung und die Infrastruktur, was den Gymnaestrada-Internetauftritt erst ermöglichte.

Abschied und Neubeginn?

Im Ullevi-Stadion fand am Samstagnachmittag die Schlussfeier statt. Mit vielen beeindruckenden Vorführungen wurde die 11. Gymnaestrada abgeschlossen und die Flagge an Lissabon, den nächsten Organisator übergeben. Sengend heisse Sonne und tiefblauer Himmel trugen zur guten Atmosphäre bei. Ausgelassen tanzend verabschiedeten sich die rund 30 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Göteborg. Am Sonntag blieb vor dem Auslaufen der Fähre noch Zeit für einen kurzen Ausflug auf die Schäreninsel Styrsö. Danach wurde auf der Überfahrt nach Kiel ausgelassen getanzt und teilweise sehr tief geschlafen. Mit dem Car ging es am Montag morgen von Kiel aus weiter. Auch der Ausfall der Klimaanlage tat der guten Laune keinen Abbruch. Müde und verschwitzt, aber sehr zufrieden erreichte die Gruppe in den frühen Morgenstunden des Dienstags die Heimat. Die 11. Gymnaestrada ist vorbei. Ein einmaliges Erlebnis hat einen schönen Abschluss gefunden. Keine Fotografie, keine Videoaufnahme und keine noch so treffenden Worte können die unvergesslichen Augenblicke zurückbringen. Aber sie können an Begegnungen und Situationen, an Personen und Ideen erinnern. In dieser Woche waren Werte wie Gemeinsamkeit, Harmonie, Respekt, Bewegungs- und Lebensfreude prägend. Werden mit dem Ver- oder Entsorgen der Gymnaestrada-Teilnehmerkarte auch deren ideelle Werte beiseite gelegt, oder kann es gelingen, einen Teil davon in den Alltag hinüberzuretten? Die 12. Gymnaestrada findet 2003 in Lissabon statt. Unter folgenden Adressen sind im Internet weitere Informationen und viele Fotos zu finden: www.appon.ch/aktuell und www.app-tv.ch/gymnaestrada.

Aus dem Tagblatt vom 15.07.1999 © St.Galler Tagblatt   

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